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EQ verstehen

Hier ein ganz hilfreicher Überblick über Frequenzen

Obwohl die eindeutig von einem Rock-Mischer zusammengestellt wurden, kann man diese Definitionen mit ein bisschen Abstraktionswillen auf jeden verwendeten Sound – auch im elektronischen Bereich – anwenden.

Gerade “untenrum” sind die Schwächen vieler Homestudio-Mixe, und auch hier gilt: wenn man nicht genau hören kann, was man tut, sollte man Extremeinstellungen vermeiden.
Beliebt: absumpfende Bassdrums, komplett weggefilterter Bass, übertrieben “crispe” Hihats und Becken. Das führt nicht nur dazu, dass es meistens nicht gut klingt, man kann es auch auf Vinyl nicht mehr schneiden.
Am besten Ausdrucken und im Studio aufhängen: viel Spaß!

Bassdrum

  • “Matschfrequenzen” können bei 300Hz abgesenkt werden.
  • Versuche eine kleine Anhebung bei 5-7kHz für Präenz.
  • 50-100Hz – definiert die Tiefe
  • 100-250Hz – macht den Sound “rund”
  • 250-800Hz – “Matsch”-Bereich
  • 5-8kHz – Präsenz
  • 8-12kHz – Zischeln

Snare

  • Versuche, bei 60-120 Hz anzuheben, wenn der Sound zu schwächlich daherkommt.
  • 6KHz für knalligeren Sound.
  • 100-250Hz – Fülle
  • 6-8kHz – Präsenz

Hihats und Becken

  •  Wieder: Matschen bei 300Hz absenken. Um Brillanz reinzubringen, ein bisschen bei 3 kHz anheben.
  • 250-800Hz – Matschbereich
  • 1-6kHz – Präsenz
  • 6-8kHz – Definition
  • 8-12kHz – Brillanz

Bass

  • Versuche, bei 60Hz anzuheben, um mehr “Körper” zu definieren. Matsch bei 300Hz. Wenn der Sound präsenter sein muss, anheben bei 6kHz.
  • 50-100Hz – gibt Tiefe
  • 100-250Hz – macht den Sound runder
  • 250-800Hz – Matsch
  • 800-1kHz – “Fleisch” auf kleineren Boxen
  • 1-6kHz – Präsenz
  • 6-8kHz – Höhenpräsenz
  • 8-12kHz – Zischeln

Piano

  • Die 300Hz, wer hätte es gedacht, mal absenken 🙂 und die 6kHz anheben für Definition.
  • 50-100Hz – Körper
  • 100-250Hz – “rund”
  • 250-1kHz – Matsch
  • 1-6kHz – Präsenz
  • 6-8Khz – Klarheit
  • 8-12kHz – “Saitigkeit”

E-Gitarren

  • Auch hier gilt: alles hängt vom Mix und der Aufnahme ab. Entweder den 300Hz-Bereich absenken oder anheben, je nach Song und Gitarrensound.”Edge” bei 3kHz Anhebung, oder Transparenz durch absenken dieser Frequenz. Bei 6kHz anheben bringt Präsenz, und Brillanz bei 10kHz.
  • 6kHz anheben bringt Präsenz, und Brillanz bei 10kHz.
  • 100-250Hz – Körper
  • 250-800Hz – Matschbereich
  • 1-6Khz – kommt im Mix gut durch
  • 6-8kHz – Klarheit
  • 8-12kHz – Zischeln

Akustikgitarre

  • Matschfrequenzen zwischen 100 und 300Hz suchen und absenken. Kleine Absenkungen zwischen 1-3kHz helfen,das Klangbild weiter nach oben zu verlegen. Bei 5kHz anheben führt zu grösserer Präsenz.
  • 100-250Hz – Körper
  • 6-8kHz – Klarheit
  • 8-12kHz – Brillanz

Streicher

  • Komplett von Sound und Mix abhängig.
  • 50-100Hz – Tiefe
  • 100-250Hz – Körper
  • 250-800Hz – Matschbereich
  • 1-6hHz – “crunchy”
  • 6-8kHz – Klarheit
  • 8-12kHz – Brillanz

Vocals

  • Schwierig, weil es komplett vom verwendeten Mikro abhängt. Jedenfalls: die üblichen 300Hz, aber entweder anheben oder absenken, je nach Mikro und Song. Sehr wenig bei 6kHz anheben, um die Klarheit zu stiegern.
  • 100-250Hz – holt die Stimme nach vorne
  • 250-800Hz – Matsch

100Hz

  • Anheben, um einen härteren Bassound für tiefstfrequente Instrumente zu erzeugen.
  • Anheben, um Gitarren und Snare mehr Fülle zu geben. (Rock)
  • Anheben, um Piano und Bläsersounds anzuwärmen.
  • Absenken, um wummerige Gitarren klarer zu machen.

200Hz

  •  Anheben, um Vocals voller zu machen.
  • Anheben, um Snare und harten Gitarrensound voller zu machen.
  • Absenken, um Matschigkeit von Vocals oder mittigen Instrumenten zu vermeiden.
  • Absenken, um den “Gongsound” von Becken zu eliminieren.

400Hz

  • Anheben, um (speziell beim leise Hören) der Bassline Klarheit zu geben.
  • Absenken, um “Pappsound” von Bassdrum und Toms zu minimieren.
  • Absenken, um den Raumsound auf Overheads und Becken zu verringern.

800Hz

  • Anheben, um Klarheit und “Punch”von Bass zu erhöhen.
  • Absenken, um billigen Gitarrensound zu vermeiden.

1.5KHz

  • Anheben, um Knackigkeit und Klarheit vom Bass hervorzuheben.
  • Absenken, um Gitarrensound weniger dumpf zu machen.

3KHz

  • Anheben, um Bass definierter zu machen.
  • Anheben für mehr “Attack” bei Gitarren und tiefen Pianoparts.
  • Anheben, um Stimmen klarer/härter zu machen.
  • Absenken, um luftigen, soften Sound von Backgroundvocals zu bekommen.
  • Absenken, um verstimmte Gitarren/Vocals zu kaschieren.

5KHz

  • Anheben für Stimmpräsenz
  • Anheben, um Bassdrums mehr Attack zu verleihen (auch Toms).
  • Anheben, um Zupfgeräusche beim Bass hervorholen.
  • Anheben, um den “Attack” von Piano, Akustikgitarre zu erhöhen.
  • Absenken, um den Elemente im Hintergrund “weiter weg” erscheinen zu lassen.
  • Absenken, um leise Gitarren weicher zu machen.

7KHz

  • Anheben, um (Bass-)Drums einen metallischeren Sound zu geben (NuMetal).
  • Anheben, um Percussionsounds mehr Attack zu geben.
  • Anheben, um dumpfe Vocals klarer zu machen.
  • Anheben, um Kontrabass definierter zu machen.
  • Die S-Frequenz der meisten Stimmen.
  • Anheben, um Synthesizer, Rockgitarren, Akustikgitarren und Piano “schärfer” zu machen.

10KHz

  • Anheben, um Vocals brillanter zu machen.
  • Anheben, um Akustikgitarre und Piano sanft brillanter zu machen.
  • Anheben, um Becken “härter” zu machen.
  • Absenken für insgesamt weniger scharfen S-Sound bei Vocals

15KHz

  • Anheben, um Vocals „luftiger“ zu machen.
  • Anheben, um Becken, Streicher und Flöten „teurer“ zu machen.
  • Anheben, um Samples “echter” klingen zu lassen.

Und auch das hier ist hilfreich:

Subbass: alles unter 50Hz

Bassdrum und Bass nehmen normalerweise den grössten Raum in diesem Bereich ein. Subbass ist einer der Gründe, warum Maxisingles auf den Markt kamen: tiefe Frequenzen brauchen wesentlich breitere Rillen – deshalb muss man bei langen Alben oder 7″-Singles alles unter 50Hz abschneiden. Wir empfehlen, in diesem Bereich NICHT anzuheben, es sei denn, man verfügt über WIRKLICH gute Studioboxen. Ein beliebter Fehler, bei dem man sich dann wundert, warum die Platte 10dB leiser klingt als andere…

Bass: 50-250Hz

Hier greifen die meisten “Bass”-Regler bei Stereoanlagen ein, obwohl heutzutage der Bassbereich zwischen 90 und 200Hz liegt (mit den o.g. Anhebungen in den “Präsenz”frequenzen.

Matschigkeit/”irritierender” Bereich: 200-800Hz

Der “beliebteste” Grund für dumpf und undefiniert klingende Mixe – deshalb der Begriff “irritierender Bereich”. Die meisten Frequenzen um diesem Bereich herum können zu psychoakkustischen Problemen führen: wenn zu viele Sounds hier dominieren, wird der Mix schnell nervig, so dass man schnell-schnell fertig werden will oder übertrieben viele Höhen anhebt, um das zu kaschieren, auch wenn die verwendeten Sounds gar nicht so klingen wollen.

Mittenbereich (Präsenz): 800-6kHz

Das menschliche Ohr ist extrem sensibel in diesem Bereich, und schon eine 1dB- Anhebung wird eine grosse Klangveränderung zur Folge haben – so, als würde man in anderen Bereichen 10dB anheben! Das verhält sich so, weil unsere Stimmen in diesem Bereich des Frequenzspektrums angesiedelt sind – deshalb hört man hier genauer als
anderswo. Die meisten Telefone sind um die 3kHz am lautesten, weil hier die grösste Sprachverständlichkeit gegeben ist. Gerade bei Vocals hier nur sehr vorsichtig arbeiten.

Höhen: 6-8kHz

Hier greifen die “Höhen”-Regler bei der durchschnittlichen Stereoanlage. Anhebungen in diesem Bereich machen Sound künstlich brillanter – man ist geneigt zu sagen “echter”, wenn man beim Mastern nicht aufpasst.

Höchste Höhen: 8-20kHz

Dieser Bereich wird dominiert von den hohen Frequenzen von Becken und Hihats – aber eine Anhebung kann in einem “teureren” HiFi-Sound resultieren.
Auf jeden Fall auch hier nur sehr vorsichtig – und auf guten Boxen – anheben. Das Ohr ermüdet schnell bei zuvielen “hohen Höhen”, und man sollte unbedingt eine Referenz-CD zur Hand haben.

1 Kommentar

  1. Pingback: Musikproduktion im Tonstudio 4/4: Mischen und Mastern | zwenny

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